2026-07-05 Maasbommel

Wir sind mal wieder auf dem Boot. Und wieder ist es nur eine Woche. Und wieder ist einiges zu tun. Vor allem treffe ich mich mit einem Segelmacher, der den Hagelschaden begutachten soll. Und der kommt am Montag.

Die Anreise ist ohne jede Probleme. Wir starten um 06:30 Uhr, machen bei Mendig eine Frühstückspause, tanken in Kaltenkirchen noch einmal voll (immerhin 50 Cent billiger als in den Niederlanden) und sind um 11:50 Uhr am Boot.

Und die Beiden sind auch wieder da und haben für Nachwuchs gesorgt.

Es ist sonnig und warm, aber auch recht windig.

Am Boot ist alles in Ordnung.

Markus, der mit einem Freund auf seinem Boot ist, kündigt an, dass er schon heute kommt. Starker Wind und dann auch noch etwas Regen haben eine Tour mit der Windir nicht zugelassen. Die beiden treffen gegen 16:30 Uhr ein. Dicke schwarze Wolken hängen über uns. Es regnet aber nicht.

Heute ist, wie immer am ersten Tag, Putzen angesagt. Wir rackern uns mit den Fendern ab.

Weiße Fender sind einfach doof.

Die sind nur schön. wenn sie neu sind. Und da Fender nunmal die aufopferungsvolle Aufgabe haben, Kräfte zwischen dem Boot und Stegen, Schleusenwänden, Kaimauern, sogar anderen Booten zu kompensieren, sehen sie recht schnell nicht mehr neu aus.

Am frühen Abend gehen wir zu Fatima und Hisam ins Plexat. Wieder einmal werden wir nicht enttäuscht. Ocean Vibe für das Fendergirl und Poco Loco für den Skipper.

2026-07-06 Reparatur und Segeltörn

Alle haben lange geschlafen. Zuerst einen Kaffee.

Frühstück und Mittagessen fallen aus, bzw. gehen nahtlos ineinander über, denn jeder isst, worauf und wann er gerade Lust hat. Das Abendessen findet dann aber regulär statt.

Wir haben einiges erledigt. Am wichtigsten war die Reparatur der Gästetoilette. Ein schreckliches Geräusch wie lautes Schreien sagte mir, dass etwas nicht stimmt. Vielmehr schrie mich der Zerhacker an, schleunigst nachzuschauen, was da los ist. Ich baue also den Motor ab und auseinander und werde in meinem Verdacht, dass da ein Fremdkörper ist, wo er nicht hingehört, bestätigt. Problem erkannt, Problem beseitigt. Und entgegen meiner Befürchtung ist die Arbeit überhaupt nicht unangenehm, denn der Motor ist echt sauber.

Nun ja, ein wenig unangenehm ist das Werkeln in sitzender Position für einen alten Seebären dann doch, weil eines der beiden Beine zwischen eingeschlafen und tot ist. Aber was tut man nicht alles für sein Boot und damit sich die Gäste wohlfühlen können? Gottseidank hat mir Markus bei der Reparatur geholfen.

Gegen 19:00 Uhr kommt der Segelmacher. Unsere Stegnachbarin hat mir diesen Clip vom Unwetter am 04.06.2026 zukommen lassen. Der heftige Hagel hat insgesamt sieben der elf Fensterelemente beschädigt.

Hagelgewitter

Der Segelmacher schaut sich alles genau an, um einen Kostenvoranschlag machen zu können. Den brauche ich für die Versicherung. Dann vermisst er die komplette Persenning. Das brauche ich für ein Angebot, wenn ich die Kuchenbude nicht reparieren, sondern ersetzen will. Man darf gespannt sein.

Dann wird relaxed. Markus testet seine Mini-Windir, und ich wage mich später noch ins Wasser. Es ist richtig erfrischend.

Windir 1

2026-07-07 Happy Birthday, Tristan

Tristan hat Geburtstag. Also erst einmal gratulieren.

Happy Birthday

Bis zum Mittagsschläfchen wird nicht viel gemacht. Aniko versucht ihr Glück an ein paar Flecken auf dem Tepichboden. Markus werkelt an seinem Bötchen (ist die Verniedlichung von Boot vielleicht doch Böötchen :-)?) Beides sieht blöd aus. Ich schrubbe die Steuerbordseite vom Boot. Ach ja, die Klappräder stehen wieder auf der Badeplattform.

Ach ja, die 360°-Domkamera haben Markus und ich noch montiert. Es ist ein Abenteuer, auf diesem Boot herauszufinden, was wie ab- und vor allem wieder anmontiert wird. Immer gibt es irgendwo einen versteckten Haken oder eine verborgene Halterung. So quälen wir uns ab, die Deckenverkleidung runter zu nehmen, um einen Weg für das Kabel der Kamera zu finden. Verschiedene Pläne werden entwickelt und wieder verworfen. Dann aber haben wir die beste Position für die Kamera und den besten Weg für das Kabel.

Und mit dem neuen Boots-WLAN läuft alles super. Die Kamera liefert tolle Bilder in 4K. Jetzt habe ich das Innere des Boots von überall im Blick und werde über Ereignisse sofort informiert.

Am Nachmittag arbeiten Markus und ich mit natürlicher und künstlicher Intelligenz am

Bugstrahlrudernichtsrührtsichproblem.

Leider ohne durchschlagenden Erfolg. Die Analyse sieht jetzt so aus, dass wir das Relais im Verdacht haben. Hört sich simpel an, es ist aber kein 20 Euro Relais wie in einem Auto. Das hier kostet gleich mal 400 Euro. Und einfach so im Baumarkt oder Autoshop kaufen geht auch nicht. Wir bleiben dran.

22026-07-08 Einkaufen und Knoddelkram

Der Tag beginnt ruhig und gemütlich. Große Karpfen ziehen friedlich ihre Runden im Hafen.

Karpfen im Hafen

Wir fahren mit dem Auto nach Beneden-Leeuwen zum Einkaufen. Nach soviel Anstrengung muss ich erstmal ein Nickerchen machen.

Spontan bauen Markus und ich das Radio und das Funkgerät auf der Flybridge aus. Es wird Zeit, das neue Funkgerät, das ich schon seit zwei Jahren hier liegen habe, einzubauen.

Da die Aussparungen nicht passen, mache ich eine Schablone, mit der ich zuhause eine neue Abdeckung machen werde. Aber dann…

22026-07-09 Pumpout, Tanken, Grillen

Heute ist fast Windstille angekündigt. Das ist ideal für die kurze Fahrt an die Pumpstation im Nachbarhafen, wo wir den Schwarzwassertank leeren wollen. Es ist dort nämlich ziemlich eng, was das Anlegen bei Wind, der meistens ablandig ist, schwierig macht. Und dann auch noch ohne Bugstrahlruder.

Das Ablegen vom Liegeplatz, das An- und Ablegen an der Pumpstation verlaufen mustergültig. Ich habe eine tolle Crew.

Nur Anfänger brauchen ein Bugstrahlruder.

Der nette Hafenmitarbeiter informiert mich im Gespräch über Tankmöglichkeiten in der Nähe, dass der Liter Bootsdiesel in Lithoijen 2,20€ kostet. Das wäre ja billiger als an normalen Tankstellen. Also schnelle Entscheidung: Nach dem Pumpout fahren wir nach Lithoijen. Die 10km schaffen wir in einer Stunde.

Der Anleger an der Bootstankstelle ist kurz und aus Stahl. Da müssen die Fender schon genau sitzen. Und dann ist die Zapfsäule auch noch an einer Seite. Und die Schläuche sind sehr kurz. So kurz wie an normalen Zapfsäulen und nicht, wie sie an Bootdzapfsäulen sein müssen. Wir müssen so festmachen, dass der Bug über das Ende des Stegs ragt. Nach 390 Liter ist der Steuerbordtank randvoll. Um den Backbordtank zu füllen, muss ich aber umparken. Immerhin liegt das Boot jetzt mittig am Steg.

600 Liter und 1350 Euro später machen wir uns auf den Heimweg.

Wir biegen in den Seitenarm bei Alphen ein. Vielleicht ist ja die Beachbar geöffnet. Ein Erfrischungsgetränk an dieser tollen Location wäre jetzt klasse.

Pech gehabt.
Zu.

Also zurück in den Goldenen Hafen. Inzwischen weht ein leichter Wind und dann auch noch aus der falschen Richtung. Weil die Bugleine nicht sofort sitzt, muss ich das Anlegemanöver wiederholen. Aber dann läuft es super.

Eine Piña Colada beendet den kurzen Trip.

Obwohl noch nicht offiziell eröffnet, bekommen wir am Nachmittag im Hafenrestaurant etwas zu trinken. Dabei lernen wir gleich die neuen Betreiberinnen Vera und Jolanda kennen. Im Schatten der großen Sonnenschirme sitzen wir in der leichten Brise super angenehm.

Bei diesen Temperaturen ist es nur im Wasser schön.

Am Abend wird gegrillt. Thüringer, Brötchen vom Grill, Specklappjes (typisch niederländisch), Griechischer Salat.

Markus macht noch einen Segeltörn in Miniatur. Wir genießen einen Sundowner zum Sunset auf der Fly.

Windir 3

22026-07-10 Beneden-Leuwen und BBQ-Ranch

Ein gemütlicher und ruhiger Morgen… wieder einmal. So fühlt sich Urlaub an.

Nach dem Kaffee und dem allmorgentlichen Frühsport in Form eines Spaziergangs in die Keramikausstellung ersetze ich ein paar LED-Birnchen. Aniko räumt mal wieder auf und um. So wird es nie langweilig, weil man immer etwas sucht. Markus hört Heavy Metal… okay, das passt nicht ganz zum friedlichen Morgen.

Wir brauchen wieder ein paar Lebensmittel und fahren deshalb zum Einkaufen.

In der BBQ-Ranch ist seit am Morgen richtig Treiben. Jolanda hat schon den Smoker angefeuert und kräftig gewürzte Schweinenacken aufgelegt. Die müssen jetzt stundenlang vor sich hinsmoken, bevor sie daraus Pulled Pork macht.

Ich habe schon einmal unser Dinghy klargemacht, sprich den Motor montiert und getestet. Wir planen, damit zum Loswal zu fahren und die neue Eisdiele gegenüber zu testen.

Jetzt erst mal Siesta.

Frisch und munter, naja, so munter, wie man bei 29° sein kann, fasse ich erst einmal Frischwasser. Schließlich will man sich nach einem erfrischenden Bad im Maaswasser auf der Badeplattform duschen.

Am späten Nachmittag machen wir uns auf den Weg ins Hafenlokal, wo die BBQ-Ranch Eröffnung hat.

Hätten wir doch nur reserviert. Wir finden nur noch in der Sonne oder drinnen Platz….also drinnen. Wegen des großen Andrangs müssen wir etwas länger auf das Essen warten. Die Burger mit Pommes und kleinem Salat sind durchschnittlich, kosten dafür aber auch nur 14 Euro gegenüber den sonst üblichen 21 Euro bei anderen.

Später spazieren wir zum Loswal, um uns die Vorbereitungen für die morgige Veranstaltung anzuschauen. Das sieht vielversprechend aus. Über diesen Steg mit Schikanen sollen morgen die Tandems fahren. Wer es bis zum Ende schafft, muss noch die Glocke läuten.

Und zum Abschluss eine Abkühlung.

22026-07-11 FietsHemErinMaasbommel

Das ist es, auf das wir uns heute freuen. Die Holländer sind „gek“ und verstehen, wie man sich amüsiert.

Wir fahren mit dem Dinghy zum Loswal.

Hier ist schon richtig was los. Die Boote legen sich einfach aneinander. Wir legen unser Dinghy an einen freundlichen Niederländer und haben einen guten Blick auf das Geschehen an der Rampe.

Kein Wettkämpfer schafft es, die Glocke am Ende der Strecke zu läuten….zumindest nicht, so lange wir da sind. Die meisten klatschen bei der Zweiten Schikane ins Wasser. Ein paar schaffen noch nicht einmal die erste. Alle bekommen eine kühle Erfrischung und das Publikum eine lustige Show.

In einer Pause fahren wir zurück zum Boot, laden den Akku des Außenborders nach, packen noch ein paar Dosen Bier, Sonnenschutz und die 360°Kamera ein.

Dann stürzen wir uns wieder ins Geschehen.

Vielleicht sollten beim nächsten Mal die Triquetra frühzeitig hier vor Anker legen, um von der Badeplattform einen Logenplatz zu haben. Hier ist der Facebook-Bericht von der Veranstaltung. Einfach auf das Foto klicken.

2026-07-12 Aufräumen und Heimfahrt

Jeder, der zur Toilette geht, nimmt schon mal was mit und legt es ins Auto.

So ist das Gesetz.

Wir folgen der Abreise-Checkliste und stellen so sicher, dass wir nichts vergessen haben. Denn etwas ist immer. Nicht heute. Wir haben alles erledigt und nichts vergessen.

Um 11:30 Uhr fahren wir los und bringen zuerst einmal Markus nach Hause. Um 16:50 Uhr sind wir dann auch zuhause.