2026-05-17 Auswinterung

Am 17.05.2026 fahren wir endlich zu unserer Triquetra, um sie aus dem Winterschlaf aufzuwecken. Nachdem es Anfang Mai nicht geklappt hat – Bandscheibenprobleme….was sonst? – haben wir diese Aktion um zwei Wochen verschieben müssen. Wir wollen drei Tage auf unserem Boot arbeiten und dann zu Markus nach Stavoren fahren, um ihm auf seiner Windir zu helfen.

Wir sind gespannt, wie dreckig unser Boot nach diesem Winter ist. Zum ersten Mal haben wir es nämlich im Wasser überwintert.

Und weil beim letzten Mal die Riesenplane während eines Sturms zum Problem wurde, haben wir uns diesmal für die Minimallösung entschieden. Wir sind gespannt.

Zuerst setzen wir Markus an seinem Boot ab und fahren dann weiter nach Maasbommel…. eigentlich…., denn wenn man sich zu sehr auf das Navi verlässt, landet man schon mal dort, wo man nicht hin will. Irgendwie habe ich bei der Auswahl des Zieles die falsche Örtlichkeit gewählt. Dicht daneben ist eben trotzdem vorbei. Mit etwas Verspätung kommen wir dann doch noch an.

Das Boot sieht zwar ziemlich dreckig aus, aber doch besser, als erwartet.

Hauptsache technisch ist alles gut. Die Bilgen sind trocken, die Elektrik einwandfrei.

Wir schließen den Boiler wieder an und füllen den Wassertank. Das komplette Frischwassersystem inklusive Duschen und Toiletten wird gefüllt und gespült.

Nach diesen ersten Arbeiten gönnen wir uns einen Burger/ Schnitzel im Loswal und, der schönen Erinnerungen ans letzte Mal wegen, einen Pornstar Martini. Fragt bitte nicht, warum der so heißt. Ich weiß es nicht.

Ganz nebenbei bietet uns die Jugend vom WSV Gouden Ham mit ihrer Regatta eine nette Unterhaltung.

Den nächsten Tag verbringen wir mit Schrubben – Aniko innen, ich außen. Wie die Bilder zeigen, lohnt es sich. Die Belohnung ist ein einigermaßen sauberes Boot und ein GT.

Und wenn es mal kurz regnet, finden wir drinnen etwas zum Arbeiten.

Das neue Weinfach wird angepasst. Neue USB-Buchsen werden installiert. (Kann man nie genug haben, wenn die Familie an Bord ist.) Und ich fülle Motoröl nach. Irgendwas ist immer zu tun.

Beide Maschinen springen dank voller Batterien sofort an. Alle vier Klimaanlagen auch. Nur der Generator zickt. Er springt an und geht nach 10 Sekunden wieder aus. Fehlercode 7. Das bedeutet, der Kühlkreislauf funktioniert nicht. Nachdem ich Seeventil und Filter geprüft habe, komme ich zu dem Schluss, dass es wohl der Impeller ist. Mache ich beim nächsten Mal. Die Teile habe ich schon an Bord.

Der Austausch der Steuerung von Bug- und Heckstrahlruder auf das Joystick-Design ist etwas tricky, weil die Kabel sehr kurz sind.

In der nächsten Regenpause montiere ich die neue Kamera, aber erstmal nur provisorisch. Die Inbetriebnahme ist sehr einfach, denn das Bord-WLAN ist super.

Es ist Donnerstag, wir fahren nach Stavoren. Die Windir von Markus ist eines der letzten Boote an Land.

Als es endlich 15 Uhr ist, checken wir in unserem Hotel, das nur wenige Minuten entfernt ist, ein. Es ist eine Eventlocation, wie man heute so sagt, sauber und nett, der Betreiber sehr freundlich. Am besten ist die Selbstbedienung-Bar. Alles basiert auf Ehrlichkeit. Bei diesen Preisen trinkt man gerne ein Glas mehr. 2,50 Euro für einen GT, 9,50 Euro für eine Flasche Wein, 0,55 Cent für ein kleines Wasser.

Markus hat inzwischen das Heck geschliffen, mit Epoxy gestrichen, geschliffen und nochmal laminiert. Wenn es trocken ist, will er es nochmal schleifen und dann mit Bilgenfarbe streichen.

Heute ist der Streifen am Wasserpass an der Reihe.

Am Abend grillen wir an unserem Hotel. Der Betreiber hat es uns in einer Art Biergarten erlaubt. Wir sind völlig unter uns.

Freitag, und die Sonne brennt.

Heute steht eine schwierige Aufgabe an. Der Backbordpütting muss umgedreht werden. Dazu muss der Mast oberhalb und unterhalb der Saling gesichert, Ober- und Unterwanten gelockert, der Püttingfuß gelöst werden. Alles wird gereinigt, mit Aceton entfettet und mit Sikaflex neu abgedichtet. Nachdem die Konterplatte gedreht ist, wird alles in umgekehrter Reihenfolge wieder montiert. Zuletzt werden die Wanten eingehängt und gespannt. Alles klar?

Warum immer diese Worte, die keiner kennt?

Ich habe einfach nur das eine Ding abgeschraubt, festgehalten, sauber gemacht, Dichtungsmasse aufgespritzt und wieder angeschraubt. Und mir dabei einen Sonnenbrand geholt.

Ein Job, der Markus schlaflose Nächte bereitet hat, wird von uns professionell erledigt. Wenn also jemand mal einen Rat braucht…

Okay, ich gebe zu, an diesem Tag habe ich mein Auto in 16m Entfernung geparkt, weil der Mast der Windir 14m lang ist. Man weiß ja nie.

Weil fast alle Arbeiten erledigt sind, machen wir heute am Samstag einen Ausflug nach Hindeloopen. Es ist viel los in der Stadt.

Markus wird von einem Briten zu einer Besichtigung seines historischen Seglers eingeladen.

Wir spazieren durch den Ort und ich gönne mir ein Eis…. für 2,25 Euro pro Eiskugel. Dafür hätte ich in unserem Hotel fast einen GT bekommen.

Und Markus entdeckt einen Schallplattenladen in einer alten Kirche.

Zum Abschluss testen wir, ob die Kibbeling im Visladen am Hafen in Stavoren genauso gut sind, wie die von dem an der Schleuse.

Sind sie nicht.

Sie sind besser!

Ein kleiner Ausflug an den Strand, ein kurzer Sprung ins Ijsselmeer, und ein schöner Tag geht zu Ende.

Alles in allem war es eine schöne, wenn auch arbeitsreiche Woche. Einige Baustellen haben wir erledigt, drei neue warten darauf, erledigt zu werden. Lass sie warten, vorerst.