Vom 30.07. bis 09.08.2026 werden wir wieder „in See stechen“. Naja, wir bleiben im Süßwasser der Maas. Diesmal besteht die Crew neben Fendergirl und Skipper aus Susanne und Thomas, sowie Neila und Tristan. Erstere bleiben bis Dienstag, Letztere bleiben bis Sonntag. Und wenn die Wettervorhersage stimmt, dann soll es richtig heiß werden.
Aber wir sind vorbereitet. Mit an Bord sind neben dem Dinghy ein SUP, eine Badeplattform und diverse Kaltgetränke.
Geplant ist unter anderem ein Kurztrip in die Marina t’Loo in den Kraaijenbergse Plassen.

Große Dinge werfen ihre Schatten voraus. Zum Einen ist es etwas Kulinarisches, zum Anderen etwas Entertainerisches. Das Eine in der Marina Hanzeland, das Andere im Nachbarhafen des WSC Maasbommel.

Leider mussten wir krankheitsbedingt ein wenig umplanen. Wir fahren jetzt erst am Freitag los. Und wenn es blöd läuft, können Susanne und Thomas nicht mitkommen. Das würde aber die Möglichkeiten, mit dem Boot zu fahren, einschränken, denn es fehlt die Deckcrew. Wir nehmen die Kids deshalb bei uns mit.
2026-07-31
Die Anreise ist sehr ruhig, denn die Kids haben während der gesamten Fahrt gepennt. Die Verkehrslage lässt uns zügig vorankommen, obwohl wir diesmal nicht sonntags, sondern freitags fahren. Fast genau um 12:00 Uhr kommen wir an. Zu aller erst mache ich den Motorraum und die Klappe zum Bugstrahlruder zu. Sicher ist sicher.
Wir beginnen unseren Urlaub wie immer mit dem Einräumen und dem Boot klar machen. Tristan will direkt das SUP und Badeplattform aufpumpen. Er müht sich mit der Handpumpe redlich ab.
Ich erlöse ihn dann mit unserem neuen Akku-Kompressor.
Work smart, not hard.
Dann muss natürlich das Dinghy motorisiert und sofort in Betrieb genommen werden.
Die Botschaft, dass sie nun doch kommen können, löst echte Freude aus. Die Ankunft von Susanne und Thomas ist gegen 18 Uhr. Nach kurzem „Einchecken“ spazieren wir umgehend in die BBQ Ranch im Hafen, wo wir das heutige BBQ Special „Halve Kip“ gebucht haben. Eines ist sicher: 24 Stunden marinierte und im Smoker langsam gegarte Hähnchen sind lecker. Ein großes Dankeschön an Vera und Jolanda.



2026-08-01
Lange geschlafen, sehr lange, alle. Na gut dann, aber morgen stehen wir früh auf. Bestimmt.
Wir fahren kurz nach dem Aufstehen, also am Mittag, zum Einkaufen nach Beneden-Leeuwen. Wir, also die, das sind A. und S. und T1. und N. Nur W. und T2. bleiben an Bord.
Ich plaudere mit unserem Stegnachbar Adrian und erfahre, dass er sein Boot, die „El Dorado“ erst kürzlich erworben hat. Als er etwas später ablegen will, sehe ich, dass er Probleme hat. Sein Boot vertreibt. Thomas und ich ziehen sein Boot an den Leinen zurück auf seinen Platz. Adrian meint, dass die Maschinen keine Steuerbefehle annehmen und bittet mich, einmal nachzuschauen. Er startet die Motoren neu, und ich checke das System. Alles funktioniert. Wir legen einmal ab, drehen eine Testrunde und wieder an. Auf seinen Wunsch hin, bleibe ich an Bord und gebe Anweisungen, was er tun soll. Läuft! Ich gebe ihm ein paar Tipps, mit denen das Anlegen leichter von der Hand geht. Im Gespräch erfahre ich, dass Adrian als Nächsten den Bootsführerschein machen will. Was??? Echt jetzt??? Da hat einer eine 52 Fuß Yacht, aber keinen Führerschein und deshalb auch keine Fahrpraxis. Wie soll das gehen? Vom Rechtlichen mal ganz abgesehen. Ich hoffe, ich habe ihn falsch verstanden.
Am Nachmittag schippert Tristan uns (Neila und mich) zum WSC Maasbommel. Er legt mit einem perfekten Manöver an. Im letzten Jahr hat ihm Markus die Tricks des Außenborders beigebracht.
Guter Lehrer und guter Schüler!
Die Anderen kommen zu Fuß nach. Die Kinder haben viel Spaß und wir einen kühlen Drink auf der Terasse vom Plexat.
Am Abend grillen wir auf der Seite des Gastlieger. Die Niederlande haben offensichtlich kein Dürreproblem, denn die Wiese hier ist grasgrün. Tristan macht das Wassertaxi und bringt alle und alles sicher rüber und bringt uns pünktlich zum Sundowner zurück. Es wird ein langer Abend bis nach Mitternacht auf der Flybridge. Wir spielen ein Ratespiel, und ich habe schon lange nicht mehr so viel gelacht. Kennt jemand ein Fortbewegungsmittel mit „N“? Und wer kennt nicht Graubünden oder Norah Jones???





2026-08-02
Früh aufstehen? Pustekuchen!
Aber nach der langen Nacht ist 10:00 Uhr gar nicht so schlecht. Morgentoilette, Kaffee. Das muss reichen. Wir legen um 10:40 Uhr ab. Thomas verwöhnt uns unterwegs mit einem regelrechten Frühstücksbord an Bord. Das macht er richtig gut.

Gegen 12:15 Uhr erreichen wir die Schleuse Grave, wo gerade zu Tal geschleust wird. Nach sehr kurzer Zeit können wir einfahren. Das Schleusenmanöver ist professionell. Kein Rufen, keine Hektik, alle arbeiten Hand in Hand. Später erfahre ich, dass Susanne ausgerutscht ist, aber das war ihrer Schusseligkeit geschuldet.
Eine schöne Fahrt und ein tricky Anlegen um 14:30 Uhr in der Marina ‚t Loo in den Kraaijenbergse Plassen. Trotz ordentlichem ablandigen Wind klappt das Anlegemanöver ganz gut, wenn auch erst beim zweiten Versuch.


Das gemeinsame Hafen“bier“ nehmen wir im Hafenrestaurant Bistro Romein aan het Water, einer wunderschönen Location, wo wir gleich für das Abendessen reservieren.


Und dann… Relaxen. Chillen, Hafenkino, Wasserspaß bis zum Abendessen.
Unser Abendessen im Bistro Romein an het Water ist klasse, selten ein so tolles Carpaccio gegessen.






2026-08-03
Wir verlängern unseren Aufenthalt um einen weiteren Tag. Der Hafen ist gut, die Lokale sind gut, vor allem aber auch ist das Badewasser gut. Es ist weniger mit Blaualgen belastet als in Maasbommel, was ich auf einer Infoseite nachschauen kann. Das gibt uns ein gutes Gefühl.

Also, was ist der Plan? Wasserspaß, Chillen, Relaxen. Mehr geht auch nicht, denn es ist warm, eher heiß.


Habt ihr gewusst, dass es Süßwasserquallen gibt? Ich nicht – wieder was gelernt.
Und zum Abendessen haben wir in der Brasserie Vivano reserviert. Das ist gerade mal um die Ecke. Wir sitzen auf der Terasse im Schatten. Und das Essen ist richtig gut.


2026-08-04
Die Rückfahrt nach Maasbommel starten wir recht früh um 08:10 Uhr mit einem super Ablegemanöver. Wir rechnen so früh am Morgen damit, alleine in der Schleuse Grave zu sein.
Um 09:14 Uhr kommen wir dort an und sind erst einmal baff. Hier warten schon sechs Boote am Wartesteiger. Ein Riesenfrachter legt gerade ab, als sich die Schleuse öffnet. Der ist so groß, dass er links und rechts weniger als einen Meter hat. Und von der Länge her füllt er die Schleuse komplett. Also müssen alle warten. Es dauert fast eine Stunde, bis wir einfahren können.

Die Schleuse ist mit 16 Booten jetzt auch voll. Zwei Boote müssen sich sogar ins Päckchen legen. Und dann kommt das übliche Mäuserennen. Alle beeilen sich, aus der Schleuse rauszukommen. Wir sehen uns wieder an der nächsten Schleuse. Ach nein, wir biegen vorher ab in unseren Heimathafen. Gute Reise!
Nach einem wundervollen Anlegemanöver liegen wir um 12:35 Uhr wieder an unserem Liegeplatz.
Gegen 13:00 Uhr ist die Abreise von Susanne und Thomas. Wir widmen uns erst einmal dem Aufräumen. Und weil es tierisch heiß ist – im Salon ist der Thermometer mit 31° am Anschlag – gibt es eine kleine Meuterei auf der Triquetra. Der Skipper rebelliert gegen die Admiralin und schaltet gegen ihren Protest die Klimaanlagen ein. Zuerst in der hinteren Kabine, dann in der vorderen. Und weil diese Geräte kleiner sind als die beiden im Salon, fliegt auch nicht die Sicherung raus. Wieder was gelernt.
Seit Stunden hören wir das klagende Fiepen eines Entenkükens. Wir entdecken das Arme mit einem Geschwisterchen unter dem Steg, wo beide zwischen den Pontonröhren gefangen sind. Und Mama-Ente mit fünf weiteren Geschwisterchen paddelt draußen rum und rufen die beiden. Mission Entenkükenrettung läuft an. Neila lockt mit Brot, ich versuche, eines zu greifen. Aber entweder die sind zu schnell oder ich zu langsam.
Also Plan B. Ich lege das Sitzbrett aus dem Dinghy so, dass die Küken draufgehen können und locke mit Brot. Nach kurzer Zeit höhren wird zweimal „Plumps und Platsch“.
Mission Entenkükenrettung beendet.
2026-08-05
Wir fahren wieder nach Beneden-Leeuwen zum Einkaufen . Heute wollen wir wieder grillen, aber diesmal auf dem Boot. Die 24 Eis am Stil, die wir kaufen, müssen rationiert werden, sonst sind sie in zwei Tagen weg. Also bekommt jeder zwei Stück pro Tag. Das geht auf, denn glücklicherweise mag die Admiralin kein Eis.
Nach dem Einkaufen spazieren wir zum Segelverein WSC Gouden Ham auf einen Drink. Hier ist es einfach schön, nett und günstig. Danach gehen die Kids direkt zurück an Bord. Das Fendergirl und der Skipper gönnen sich auf der Terrasse der BBQ-Ranch einen kinderfreien Moment. Ich rede mit Jolanda über ein Abendessen außerhalb der Speisekarte, z.B. ein Riesen-Tomahawk-Steg wenn wir wieder mal da sind.
Und weil alle etwas hungrig sind, werfe ich früh den Grill an. Jetzt wissen wir, dass unser Kuuma auch gegrillten Feta-Käse kann.


2026-08-06
Ich beschäftige mich den ganzen Vormittag mit Knoddeleien auf der Flybridge. Auf einem Boot ist eigentlich immer irgendwas zu tun.
Der junge Teil der Crew schläft bis kurz vor 12:00 Uhr. Auch wir haben gut geschlafen. Ob das daran legt, dass es seit ein ein paar Tagen nachts unter 20° abkühlt?
Tristan und ich machen uns an den Salontisch. Der wackelt ein wenig, der Tisch nicht Tristan. Wie vermutet sind die Blindnieten, die die Halterung am Fuß halten, ausgeleiert. Ich muss sie ausbohren. Glücklicherweise finde ich drei Edelstahlschrauben, die genau in die neuen Löcher passen. Jetzt hat er ausgewackelt, der Tisch, nicht Tristan.



Adrian, unser Stegnachbar, ist mal wieder da. Spontan ruft er uns rüber auf eine Tasse Kaffee. Wir sitzen auf dem Achterdeck seines großen Bootes und reden über alles Mögliche, auch über die Dinge, die er an seinem Boot noch nicht kennt…..und das ist eine Menge. Seine neueste Entdeckung ist eine Fernbedienung für das Boot. Die ist zwar kabelgebunden, gibt ihm aber die Möglichkeit, von der Badeplattform aus beide Maschinen und beide Strahlruder zu bedienen. Das ist eine wunderbare Hilfe beim An- und Ablegen, denn damit kann auch er Leinenmanöver machen. Ich wollte, so etwas hätte ich auch.
Heute gibt es endlich Oma’s berühmte „Pannekakes“ (Insider Joke) mit Apfelmus. Das haben sich die Kids schon vor der Reise gewünscht. Den Abend lasse ich auf der Fly ausklingen.
2026-08-07
Heute ist ein Arbeitstag. Aniko und ich fangen damit an, diverse Teile des Boots zu putzen. Das sind Dinge, die einem schon ein paar Mal ins Auge gefallen sind, die aber immer wieder unerledigt blieben. Und glaubt mir, davon gibt es viele auf einem Boot. Unter anderem reparieren wir die Reling auf dem Backbordaustieg. Ich baue dazu die Tür ab, alleine schon aus Angst, ein Teil oder ein Werkzeug könnte in 10m Tiefe verschwinden. Und glaubt mir, ich weiß, wovon ich rede. Wir haben schon einiges versenkt: Ringschlüssel, eine Nuss – natürlich die 10er – , Schrauben, Muttern, Adapter für den Kompressor, Wäscheklammern, Bikini, Klammern vom Ruckdämpfer, sogar eine Leiter und das in 30m Tiefe. Da ich mit dem Oberarm nicht in die Reversionsöffnung an der Unterseite der Tür passe, muss Aniko ran. Jetzt sitzt die Reling wieder bombenfest.

Später, so ab 10:00 Uhr, stößt Tristan – nicht ganz freiwillig – hinzu. Ich lege ihm den Anker auf den Steg, den er mit Hingabe und einem Stahlschwamm zu altem Glanz verhilft. Aniko und ich rücken dem Bugspriet ebenfalls mit roher Gewalt und einem Stahlschwamm zu Leibe. Und glaubt mir, das ist harte Arbeit. Ich spüre schon jetzt einen leichten Muskelkater.



Die Ergebnisse – Anker und Bugspriet – können sich dann aber sehen lassen.


Und wäre das nicht schon genug, schrubben Tristan und ich die Scheuerleiste an der Backbordseite und den Bereich unter dem Anker. Naja, ich halte das Dinghy und er schrubbt. Den Anker hole ich danach wieder ein. Wir verstauen die Schwimmplattform und bunkern noch etwas Wasser für die dann notwendige Dusche.
Uff, das war heftig für einen Urlaubstag. Zur Belohnung gibt es ein Abendessen in der BBQ-Ranch. Es gibt ein Calamaresmenü, einen Ranch Cheeseburger und zweimal das Tagesspecial, nämlich Spare Ribs. Die hat Jolanda laaaaangsam gesmoked und dann mit Marinade glasiert. Die Knochen fallen fast schon beim Anheben raus. Das haben wir uns verdient. Und glaubt mir, ich….Aber das hatten wir ja schon.




Mit diesen Eintragungen und einem GTotF (Gin Tonic on the Fly) beende ich den Tag.
Gute Nacht Welt.
2026-08-08
Gut geschlafen dank der deutlichen Abkühlung in der Nacht.
Jetzt ist morgens auch wieder Reif auf dem Boot. Ich nutze das und gehe mit dem Swiffer einmal über die „Fenster“ der Flybridge. Mann, wäre ich froh, wir hätten endlich die neue Abdeckung. Leider meldet sich der Segelmacher trotz wiederholter Anfrage nicht. Vielleicht ist ihm das Projekt zu groß. Da werde ich mich wohl nach einem anderen umsehen müssen.
Tristan und ich machen uns an den Generator ran. Seit dem letzten Mal weist er den Fehlercode 7 aus. Das bedeutet eine Störung im Kühlsystem. Ich habe den Impeller im Verdacht. Vorsorglich habe ich ein Wartungsset gekauft und alles an Bord für den Service.
Ich baue also den alten Impeller aus und bekomme fast einen Schlag, als ich sehe, dass alle 12 von 12 Lamellen weg sind. So kann die Kühlwasserpumpe ja kein Wasser ins System pumpen. Kein Wunder, dass der Generator streikt.



Den neuen Impeller baue ich mit einem Trick wieder ein. Ein Kabelbinder hält die Lamellen zusammen, damit der kleine Scheißer überhaupt ins Gehäuse passt.


Die abgebrochenen Teile befinden sich immer noch im Motor und müssen raus. In der Youtube-Universität habe ich gelernt, dass die sich im Wärmetauscher sammeln. Der ist natürlich hinter dem Ölfilter verbaut. Das ist die Gelegenheit, diesen gerade mit zu wechseln. Weil die Bewegungsmöglichkeiten älterer und übergewichtiger Skipper eingeschränkt sind, muss jetzt Tristan ran. Mit Oma’s Pinzette bewaffnet fischt er die Impellerfragment aus dem Wärmetauscher. Sogar im Zulauf findet er noch welche.


Anspannung….Wird der Generator laufen? Also nicht nur anspringen, sondern dauerhaft laufen? Luft anhalten, 5 Sekunden Vorglühen, Start, er springt sofort an, er läuft, er läuft, er läuft. Vielleicht sollten Tristan und ich eine Servicefirma für Marinegeneratoren aufmachen.
Tristan muss zum Friseur. Nach fünf Versuchen haben wir endlich einen gefunden, der heute noch einen Termin vergibt. Ich habe noch keinen Friseur gesehen, der so entspannt und in aller Seelenruhe die Haare schneidet. Wir können uns zwar kaum verständigen, aber Tristan hat ein Foto. Und danach schneidet Walid die Haare. Und Tristan ist richtig happy.
Zum letzten Mal gehen wir auswärts essen. Diesmal soll es das Pannenkockenhuis Het Sprookjeshof in Apeltern sein. Die bieten mindestens 100 Pfannkuchen von süß bis herzhaft an. Und außerdem haben die einen Eissalon.

2026-08-09
Wir stehen gegen 07:00 Uhr auf. Um 08:00 Uhr werfe ich den jüngeren Teil der Crew aus dem Bett. Wir folgen meiner Checkliste für das Verlassen des Bootes, um nichts zu vergessen. Um 09:00 Uhr sind wir schon fertig und machen uns auf den Heimweg.
Tschüss Triquetra!
Mit einem Stopp bei Burger King in Mendig dauert die Heimreise fast genau 5 Stunden.


