2026-08-23 Eine neue Crew

Vom 23.08. bis 30.08.2026 gehen wir wieder an Bord unserer Triquetra, diesmal mit einer neuen Crew. Carmen, Amelie und Klaus haben angeheuert. Wir hoffen auf eine schöne Woche zusammen. Und – Achtung Spoiler – wir werden nicht enttäuscht. Es war einfach schön.

Gegen 08:00 Uhr sind Carmen, Amelie und Klaus bei uns. Noch schnell eine Tasse Kaffee, und dann geht es auch schon los. Die Fahrt ist störungsfrei. Kurz vor der niederländischen Grenze tanken wir noch einmal voll. Das E10 kostet hier nämlich zwischen 2,35 und 2,65 Euro. Ach ja, ein kleiner Hinweis zu dieser Seite. Zum Vergrößern der Bilder einer Galerie, diese Bilder einfach anklicken.

Um 13:41:49 Uhr sind wir an Bord. Woher ich das so genau weiß? Nun, die Bordkamera hat alles aufgezeichnet.

Alles einräumen und die neue Crew mit dem Boot vertraut machen. Wir freuen uns schon auf ein gutes Essen in der BBQ Ranch, wo ich einen Tisch und ein Tomahawk-Steak bestellt habe. Jolanda gibt ihr Bestes und enttäuscht uns nicht.

Zum Sundowner gibt es Aperol-Spritz….whatelse?

2026-08-24

Wie gewohnt habe ich gut geschlafen. Ob es der neuen Crew auch so ging, kann ich nur vermuten.

Der erste Bordtag ist traditionell Einkaufstag. Heute starten wir aber damit, das Boot zu bewegen. Also erst einmal die Seeventile öffnen und den Ölstand prüfen. Unser erstes Ablegemanöver läuft super, und die erste Ausfahrt führt uns zunächst in die Marina des WSC Maasbommel, wo wir abpumpen wollen. Der Wind macht es mir nicht gerade einfach, denn er wechselt innerhalb von Sekunden – mal ablandig und dann direkt wieder auflandig. Erst beim dritten Versuch klappt es.

Danach drehen wir eine kleine Runde im Gouden Ham.

Dann geht es nach Beneden-Leeuwen, wo wir uns mit Lebensmittel eindecken. Und bevor jemand fragt, jaaaaa, auch alkoholische Getränke gehören dazu.

Klaus kramt tief in den Erinnerungen seiner Ausbildung und betätigt sich als Bordelektriker.

Mit der neuen Steckerleiste bin ich superhappy. Jetzt haben wir auch 230V in der Gastkabine, wo bisher nur 110V zur Verfügung standen. Das ist ganz wichtig für die, die ihr Handy laden wollen. Als hätten wir mit 10 (in Worten zehn) USB-Steckdosen nicht genug Lademöglichkeiten.

Am Nachmittag wird getankt. Aber halt, hatten wir nicht bei der letzten Tour schon für viel Geld Diesel gebunkert? Hatten wir. Es wird auch kein Sprit getankt, sondern Sonne.

Am späten Nachmittag – oder war es der frühe Abend? – spazieren wir in die Nachbarmarina zum Segelverein WSV de Gouden Ham. Wir lieben die familiäre Ambiente dieses vereinsgeführten Hafens. Es gibt einen kleinen Aperitif.

Das Abendessen gibt es anschließend eine Haustür weiter im Lokal De Loswal. Auf Empfehlung bestelle ich die Muscheln, und ich muss sagen, ich bereue es nicht.

Pünktlich zum Sunset gibt es einen Sundowner. Oder waren es zwei oder sogar drei?

2026-08-25

Endlich geht die Tour los. Unser heutiges Ziel ist der Hafen t’Loo in den Kraaijenbergse Plassen. Das Ablegemanöver wird besprochen.

  • Landstrom abmachen
  • Maschinen starten
  • alle Mann an Bord
  • Mittel- und Heckleine los
  • Bugleine los
  • ablegen.

Hektik bei der Crew. Was an „alle Mann an Bord“ hat Klaus nicht verstanden? Oder hat er es am Ende garnicht gehört? Egal, inzwischen ist das Heck so weit weg vom Steg, dass er nicht mehr aufspringen kann. Also nochmal kurz mit dem Bug zum Steg, damit er hochklettern kann. Gar nicht so einfach. Jetzt sind alle Mann an Bord.

Die Schleuse Grave ist offen, als wir ankommen. Ein großer Frachter liegt schon fest an der linken Seite, dahinter ein Segel- und ein Sportboot. Ein Depp blockiert auf der rechten Seite mit seiner Yacht die Einfahrt, weil er nicht neben einen Frachter fährt. Angst? Unvermögen?Wir manövrieren uns in Zeitlupe an ihm vorbei und zeigen damit, wie es die Profis machen.

Spontan entscheiden wir, statt zum Hafen t’Loo zur Marina Eldorade zu fahren.

In der engen und flachen Zufahrt zur Marina Kanal begegnen wir einer Gruppe junger Leute auf einem Partyboot. Die haben richtig Spaß.

Die Marina Eldorado hat einen langen Passantensteiger, wie wir hier in den Niederlanden zu sagen pflegen. Fast frei auf der einen Seite, liegen auf der anderen Seite richtig tolle Yachten. Dieser Yachthafen ist schon etwas Besonderes, was man nicht nur an den Liegegebühren merkt.

Leider ist das Lokal im Hafen geschlossen, sodass wir das Hafenbier an Bord genießen.

Amelie bekommt eine Fahrstunde für den Dinghy-Führerschein. Wir verbinden das mit einem Ausflug an den Strand Mokerplas, wo Carmen sich am SUP versucht. Sie macht das erstaunlicherweise richtig gut. Erst als wir sie überreden, schon mal vorzupaddeln, macht sie Bekanntschaft mit dem kühlen Nass. Das ist glücklicherweise ohne die lästigen Blaualgen, die in unserem Hafen im Moment eine richtige Plage sind.

Klaus hat da mal ein Video gemacht.

In der Zwischenzeit bietet das Hafenkino etwas Kurzweil. Eine Bootsfahrschule übt An- und Ablegen am Nachbarsteg.

Zum Abendessen entschließen wir uns beim De Pannekoekenbakker einzukehren, nicht zuletzt, weil zu Beginn der Woche die meisten Restaurants geschlossen sind. Das Essen ist aber richtig toll. Nach einem schönen Spaziergang zurück auf’s Boot beenden wir den Abend mit einem Sundowner auf der Fly. Wir spielen das Ratespiel, das uns schon auf der letzten Fahrt so zum Lachen gebracht hat. Gilt eigentlich der HubschrauBÄR als Tier?

2026-08-26

Bei ruhigem Wetter legen wir im Yachthafen Eldorade ab und machen uns auf den Weg zu den Kraaijenbergse Plassen. Noch in der Ausfahrt zur Maas kommen uns paddelnde Menschen auf gemieteten Kanus entgegen. Typisch Laien, denn sie fahren mittem im ohnehin engen Fahrwasser. Doch kein Problem, denn sie machen rechtzeitig Platz. Doch dann versperrt uns ein treibendes Kanu die Durchfahrt. Kein Mensch an Bord. Klaus gelingt es vom Bugspriet aus, mit dem Bootshaken das Kanu zur Seite zu stoßen. Freie Fahrt.

Der Jachthaven t’Loo ist schnell erreicht.

Weil ich wegen des ablandigen Windes nicht nah genug an den Steg heranfahre, gelingt es nicht, beim ersten Mal die Festmacherleinem über die Klampe zu werfen. Beim zweiten Versuch klappt es dafür umso besser.

Alle begleiten mich zur Anmeldung zur Hafenmeisterin. Oder wollen die etwa nur beim Hafenbier dabei sein? Nun ja, es sind auch eher Hafencocktails. Und für den Abend reservieren wir gleich einen Tisch.

Wir haben den ganzen Tag für uns. Das Wetter ist bestens, das Wasser auch. Also zuerst eine weitere Fahrstunde für Amelie. Ich glaube inzwischen, sie ist ein Naturtalent. Auf Anhieb gelingen ihr die Anlegemanöver und zwar sowohl linksrum als auch rechtsrum. Oder kann es sein, dass der Fahrlehrer einfach nur gut ist? Es wird Zeit, dass sie alleine fährt. Carmen hat zwar etwas Bammel – typisch Mutterinstinkt – aber ich überzeuge sie mit einem meiner Lieblingszitate: Kinder, die nichts dürfen, werden zu Erwachsenen, die nichts können. Amelie darf und kann!

Dann haben wir richtig Wasserspaß. Carmen auf dem SUP, Amelie im Dinghy, Klaus und ich auf der Badeplattform.

Und dann betätigt sich Klaus noch als Bordklempner. Er montiert den neuen Wasserhahn im Cockpit. Wie er es schafft, dass hier plötzlich warmes Wasser fließt, bleibt ein ungelöstes Rätsel, denn es ist ein Kaltwasserhahn mit nur einer Kaltwasserzuleitung. Seltsam.

Im Bistro Romein aan het water genießen wir ein wirklich gutes Essen. Vom letzten Besuch weiß ich, dass die hier ein tolles Carpaccio machen. Heute wähle ich Thunfischcarpaccio als Vorspeise und einen Carpaccio-Salat als Hauptgang. Aniko hat einen Carpaccio-Pfannkuchen. Ja, sowas machen die hier in den Niederlanden. Ich kann nur sagen, das ist ganz großes Kino.

Rechtzeitig zum Sundowner gehen wir zurück auf unser Boot. Und in der Nacht haben wir einen tollen Vollmond über dem Hafen. Die geben sich richtig Mühe für die Touristen.

2026-08-27

Wir starten die Heimfahrt.

Alle Mann an Bord! Auch Klaus??? Wirklich???

Na dann, Leinen los! Der leichte ablandige Wind macht das Ablegen zum Vergnügen.

An der Schleuse Grave müssen wir kurz am Steiger warten. Das Schleusenmanöver läuft wie geschmiert. Die Crew weiß, was zu tun ist. Aniko und Klaus machen die Mittelleine. Carmen sichert das Heck mit dem Bootshaken. Amelie stoppt und startet die Maschinen. Und ich gebe die Kommandos. Ich liebe diesen Teil des Manövers. So macht es Spaß und wir einen guten Eindruck bei den Zaungästen, die das Schleusenkino genießen.

Klaus übernimmt nach der Schleuse das Ruder und bringt uns sicher bis in den Goldenen Hafen. Erst zum Abpumpen im Jachthaven Hanzeland übernehme ich wieder. Diesmal ist es ein Klacks, denn der Wind unterstützt uns beim Anlegen.

Da wir recht früh am Tag zurück sind, wollen wir noch etwas unternehmen. Heute hat Amilie ihre Prüfung zum Dinghy-Führerschein. Wir verbinden das mit einem Besuch des Strands auf der Grüne Insel. Das Wetter ist gut. Die Einen haben Spaß auf dem Wasser während sich die Anderen im Schatten bei der Wasserskischule Uitvliet sitzen.

Glückwunsch Amelie zur bestandenen Prüfung.

Endlich kommen wir dazu, die leckeren Sachen – naja, eine richtig gute Grillwurst ist in den Niederlanden eher Glückssache – zu grillen. Dafür schmecken die anderen Sachen gut.

Der Abend wird zum Skyjo-Abend. Carmen, die das zum ersten Mal spielt, legt mal gleich ordentlich los und zieht uns ab. Zu dumm, dass das erste Spiel nicht zählt, weil erst einmal die Spielregeln erklärt werden.

Heftiger Regen in Verbindung mit etwas Wind in der Nacht beschert uns endlich ein paar typische Bootsgeräusche. Die Einen lieben das Klatschen der Wellen am Rumpf, die Anderem bringt es um den Schlaf. Ich bin eher einer von den Einen.

2026-08-28

Lang ausgeschlafen – Einkaufen in Beneden-Leuwen – Der Himmel öffnet seine Schleusen und beschert uns einen heftigen Regen. Und wenn ich schreibe heftigen Regen, dann meine ich einen richtig heftigen Regen, also einen sowas von heftigen Regen. So heftig, dass man langsam fahren muss, weil die Scheibenwischer es nicht packen. Gottseidank ist der Regen ebenso kurz wie heftig. Als wir in unseren Hafen kommen, ist der Spuk vorbei.

Das Abendessen nehmen wir an Bord. Es ist reichhaltig, fast schon ein Büffet.

Als es Abend wird, spazieren wir zum WSV de Gouden Ham. Heute beginnt das dreitägige Hafenfest.

Hier wird schon eifrig gegrillt. Das bedeutet, der Verein feuert den Grill an und jeder kann grillen, was er mitbringt. Oder man kauft beim Verein für 15 Euro einen Grillteller. Aus Erfahrung wissen wir, dass der für zwei reicht. Das Vereinslokal ist so voll, dass wir zuerst nur draußen Platz finden. Als sich die Segler auf ihre Boote begeben, sind wir fast alleine. Dann beginnt die Parade der illuminierten Boote. Und der Mond gibt eine Sondervorstellung.

2026-08-29

Klaus holt schon mal das SUP an Bord. Mit der Heckkamera habe ich alles im Blick. Eigentlich wollte ich die nur einrichten, aber wenn sich Klaus schon mal als Model anbietet….

Später trocknen wir es und packen es zusammen. Danke, Bernd, für die Leihgabe.

Ein kurzer Besuch im Riverside beschert uns ein Treffen der 3er-BMW-Enthusiasten, einen Drink im Lokal, weil es etwas regnet, und eine Parkgebühr von 6,50 Euro. Muss man nicht haben, weder den Regen noch die Parkgebühr.

Als Entschädigung genehmigen uns ein Eis im neuen Ijssalon Clevers.

Den Abschluss des Tages, aber auch einer sehr schönen Woche, machen wir in der BBQ Ranch bei Vera und Jolanda. Ich löse mein Versprechen ein und schenke Jolanda ein Glas von meinem geräucherten Meersalz. Jetzt weiß ich auch, dass Buche auf Niederländisch Beuken heißt.

Und am letzten Abend an Bord spielen wir Skyjo und genießen ein paar Drinks. Da sind nämlich noch ein paar Reste, die weg müssen.

2026-08-30

Anhand meiner Checkliste, die wir Punkt für Punkt abarbeiten, bereiten wir uns und das Boot für die Abreise vor. Schon am Vortag habe ich die Seeventile geschlossen und den Motorölstand kontrolliert. Und weil ich schon mal im Keller war, habe ich die Bilge vom letzten Tropen Wasser befreit.

Der Rest ist schnell erledigt. Und mit der neuen Heckkamera habe ich Tag und Nacht einen Blick auf unsere Triquetra.

Gemeinsam treten wir die Heimreise an. Als wir bei Mendig abbiegen, trennen sich dann unsere Wege. Gute Heimreise!

Danke für eine wirklich schöne Zeit. Wir haben jeden Augenblick genossen. Und wenn es heißt „Alle Mann an Bord!“, dann gilt das für alle Mann, auch für Klaus.